DSV will Gewinne in Zukäufe investieren

DSV will das europäische Stückgutnetz weiter ausbauen. „Das ist ein strategisches Ziel der Sparte“, bestätigt CEO Jens Björn Andersen gegenüber der DVZ anlässlich der Vorlage der Halbjahreszahlen. Die Zahl der Niederlassungen – derzeit bereits rund 200 – soll weiter ausgebaut und der Vertrieb gestärkt werden. Zudem setzt Andersen die Hoffnungen in das neu entwickelte und ausgerollte neue europaweite Stückgutprodukt, das feste Abfahrtstage, feste Laufzeiten und eine hohe Transparenz biete.

Spezielle Regionen, wo die DSV-Landverkehrssparte wachsen will, nennt Andersen nicht. „Wir schauen permanent, in welchen Regionen wir uns verbessern und expandieren können.“ Auch in Deutschland werde „unser Netz nie zu 100 Prozent vollständig“ sein. So suchen die Dänen auch nach Flächen, wo sie neue Terminals bauen können. Aber das sei nicht so einfach und „behindert manchmal unsere Wachstumsambitionen.“

Eine Liste von Unternehmen
Grundsätzlich will DSV organisch und über Akquisitionen wachsen. „Das Geld, das wir verdienen, bevorzugen wir in Unternehmenskäufe zu investieren.“ Deshalb sei DSV „in der ganzen Welt offen für M&A-Gelegenheiten“, unterstreicht Andersen. Dabei spricht er „von einer Liste von Unternehmen, mit denen wir im Dialog sind“, ohne aber konkreter zu werden. Auch zu seinen Plänen in Sachen Schenker äußert er sich nicht – „wir kommentieren keine Namen“.

In das zweite Halbjahr geht der dänische Speditionskonzern mit vorsichtigem Optimismus. „Wir sehen speziell in der Seefracht erste positive Zeichen“, sagt Andersen. So sei es hier Ende des zweiten Quartals besser gelaufen als Anfang des Quartals – und besser als zunächst kalkuliert. Dies liege auch daran, dass viele große Kunden ihre Lieferketten diversifizieren. Sie setzten nicht mehr nur auf China, sondern auch auf benachbarte Länder wie Vietnam oder Indonesien, aber auch Indien. Damit könne ein Teil der Rückgänge in China ausgeglichen werden. „Das sind derzeit zwar noch keine großen Schritte, aber die kleinen Anzeichen machen Hoffnung.“ Dagegen sei die Luftfracht unverändert schwach und noch keine Besserung in Sicht.

Für das zweite Halbjahr ist die DSV-Spitze gedämpft optimistisch. Sie geht davon aus, dass sich das Welthandelsvolumen allmählich erholt und sich das weltwirtschaftliche Umfeld nicht wesentlich verschlechtert. Allerdings werde sich die weitere Normalisierung der Logistikmärkte in einem weiteren Rückgang der Rohertragsmargen niederschlagen.

Ergebnisprognose leicht angehoben
Dennoch hebt das Management die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr wieder leicht an: So dürfte das EBIT zwischen 17 und 18,5 Milliarden Dänische Kronen (umgerechnet derzeit 2,28 bis 2,48 Milliarden Euro/ 1 Dänische Krone entspricht 0,134 Euro) liegen, nachdem Anfang des Jahres mit einer Spanne zwischen 16 und 18 Milliarden Kronen kalkuliert wurde.

Im ersten Halbjahr dieses Jahres gingen Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurück. Der Umsatz sank um 35,4 Prozent auf 78,7 Milliarden Kronen (10,56 Milliarden Euro), der Rohertrag um 14,2 Prozent auf 22,7 Milliarden Kronen (rund 3 Milliarden Euro) und das EBIT um 31,6 Prozent auf 9,38 Milliarden Kronen (1,26 Milliarden Euro).

Luft und See bricht erwartungsgemäß ein
Ausschlaggebend für die Entwicklung war vor allem der Geschäftsbereich Air & Sea. Nach dem Ende der corona-bedingten Sonderkonjunktur der Jahre 2021 und 2022 führten rückläufige Transportmengen und Frachtraten erwartungsgemäß zu einem Umsatzrückgang von 46 Prozent auf 49,2 Milliarden Kronen (umgerechnet 6,6 Milliarden Euro). Auch das EBIT brach um 35,7 Prozent auf 7,2 Milliarden Kronen oder 0,97 Milliarden Euro ein.

Nur leicht rückläufig waren dagegen die Sparten Road und Kontraktlogistik: Der Road-Umsatz sank um 4,5 Prozent auf 19,7 Milliarden Kronen (2,65 Milliarden Euro), das EBIT schrumpfte um 2,8 Prozent auf 1,02 Milliarden Kronen (136,9 Millionen Euro). In der Kontraktlogistik betrug der Umsatzrückgang 4,6 Prozent auf 11,52 Milliarden Kronen (1,55 Milliarden Euro) und das EBIT sank um 23,4 Prozent auf 1,16 Milliarden Kronen oder umgerechnet 156 Millionen Euro.

Quelle:
DVZ

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