KV4.0 sorgt für mehr Durchblick

Ein Manko im Kombinierten Verkehr ist die fehlende Transparenz: Wer als Spediteur seine Sendung aufgibt, weiß häufig nicht, wo sie sich in der Transportkette befindet. Eine Datendrehscheibe will Abhilfe schaffen.

Zwei wesentliche Gründe sprechen für den Kombinierten Verkehr (KV): Er ist deutlich umweltfreundlicher als der Lkw. Von durchschnittlich zwei Drittel weniger CO₂-Ausstoß ist die Rede, je nach Transport. Zum Zweiten lässt sich mit ihm der Lkw-Fahrermangel umgehen. Je nach Länge befördert ein Zug etwa 40 Auflieger. 40 Trucker weniger, die für den Fernverkehr benötigt werden. Nicht zuletzt können ökonomische Gründe für den intermodalen Transport sprechen.

Warum verlagern dann nicht mehr Unternehmen ihre Sendungen auf die Schiene? Auch dafür finden sich Ursachen: Nicht immer ist der KV günstiger. Selbstverständlich spielt die Qualität, also die Pünktlichkeit, eine große Rolle. Aber was viele Speditionen vom Transport auf der Straße her nicht kennen und sie abschreckt: Sie haben deutlich weniger Informationen oder schlimmstenfalls keine, wo sich ihre Sendung gerade befindet und wann sie ihr Ziel erreicht respektive im Terminal ankommt. Und Spediteure sind häufig Kontrollfreaks; sie wollen wissen, woran sie sind.

Eine Drehscheibe, kein Portal
Die KV-Akteure wissen um diese Schwäche. Anders als im durchgängigen Straßentransport sind in der intermodalen Transportkette aber deutlich mehr Akteure involviert. Und nicht jeder zeigt ein Interesse daran, den anderen Kettenmitgliedern einen Einblick zu gewähren. Hinzu kommen technische Hürden, da häufig jeder Akteur sein eigenes IT-System hat.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Initiativen, die für mehr Transparenz sorgen wollen. Die Datendrehscheibe „KV4.0“ der Betreibergesellschaft DX Intermodal gehört dazu. Ausgangspunkt für KV4.0 war ein Förderprojekt des Bundesverkehrsministeriums. Als Projektpartner waren von Anfang an die großen Player aus dem KV dabei: die Operateure Hupac und Kombiverkehr, die Bahnunternehmen DB Cargo, Lokomotion und SBB Cargo International, die Speditionen Bertschi, Hoyer und Paneuropa sowie die Terminalbetreiber KTL und Hupac in Busto und Singen.

„Wir wollen Daten entlang der gesamten Kette in Echtzeit zur Verfügung stellen“, nennt Christoph Büchner, Geschäftsführer von DX Intermodal, das für KV-Transporte ambitionierte Ziel. KV4.0 ist kein Portal, sondern eine Datendrehscheibe, weist er auf eine zentrale Eigenschaft hin. Die Akteure bestimmen selbst, mit wem sie die Daten austauschen. KV4.0 fungiert dabei als eine Art Telefonzentrale, die Anrufer und Anzurufende zusammenbringt und für eine einheitliche Datensprache sorgt – mit dem Unterschied, dass nicht von Hand Verbindungen gestöpselt werden, sondern der Austausch automatisch erfolgt.

Quelle:
DVZ

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