Drohen wieder Streiks in den Häfen?

Vor Beginn der zweiten Verhandlungsrunde zwischen dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) und Verdi – die am Mittwoch und Donnerstag in Wilhelmshaven stattfindet – formuliert die Gewerkschaft ihre Erwartungshaltung. Und bereitet sich auf Streiks vor.

Vor Beginn der zweiten Verhandlungsrunde zwischen dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) und Verdi – die am Mittwoch und Donnerstag in Wilhelmshaven stattfindet – formuliert die Gewerkschaft ihre Erwartungshaltung.

Lege der Arbeitgeberverband bei der zweiten Runde kein verhandlungsfähiges Angebot vor, müssen man den Druck erhöhen, heißt es seitens Verdi. Dafür hat die Gewerkschaft am Freitag vergangener Woche zu Streikworkshop eingeladen, in denen die Teilnehmer lernen sollten, „Streiks vorzubereiten und kollektive Strategien zu entwickeln, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.“ Die Workshops seien wichtig, um die „Position der Arbeitnehmer zu stärken und ihre Forderungen durchzusetzen.“

Die Forderungen von Verdi
Wie berichtet, fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Stundenlöhne um drei Euro zum 1. Juni 2024, sowie eine entsprechende Anhebung der Schichtzuschläge. Für die niedrigste Lohngruppe würde das einem Plus von 14,6 Prozent, in der höchsten Gruppe von 9,7 Prozent entsprechen. Außerdem fordert Verdi eine „Nachholung der ausgebliebenen Erhöhung der Schichtzulagen im Tarifabschluss 2022“.

Verdi wirft dem ZDS nun vor, bislang kein Gegenangebot vorgelegt zu haben und lediglich auf die schwierige wirtschaftliche Lage der Unternehmen und die Konkurrenz ausländischer Häfen verwiesen zu haben.

Aus ZDS-Kreisen heißt es hingegen, man benötige noch Detailinformationen zu den Forderungen der Gewerkschaft. Ansonsten könne man kein Angebot vorlegen.

Tarifvertrag für 11.500 Beschäftigte
Mitte Mai haben die Tarifverhandlungen für einen neuen Lohntarifvertrag für rund 11.500 Beschäftigte in den deutschen Nordseehäfen begonnen.

Die Tarifverhandlungen vor zwei Jahren wurden von einem der längsten Konflikte seit Jahrzehnten begleitet. Eine Serie von Warnstreiks legte im Juni und Juli 2022 die Abfertigung in den Häfen für insgesamt 80 Stunden lahm. Erst in der zehnten Gesprächsrunde konnten sich ZDS und Verdi auf den zwei Jahre gültigen Tarifvertrag einigen. Damals beschloss man unter anderem eine Lohnerhöhung von bis zu 9,4 Prozent ab Mitte 2022 für Beschäftigte in Vollcontainerbetrieben sowie eine weitere Erhöhung von mindestens 4,4 Prozent ab Mitte 2023.

Quelle:
DVZ

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